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Es war die Überraschung schlechthin am zurückliegenden Wochenende in der Handball-Bezirksoberliga Offenbach-Hanau. Der dritten Mannschaft der HSG Hanau gelang ein 38:34-Auswärtserfolg beim bis dahin zu Hause unbesiegten TV Flieden. Ein Coup, der ligaweit Aufsehen erregt hat.
Als wäre dieser Erfolg, den die Grimmstädter wohlgemerkt mit lediglich zehn Mann vollbracht haben, nicht schon beeindruckend genug, sorgte auch noch die Tatsache für Staunen, dass nicht etwa Leistungsträger wie Marius Brüggemann oder Keno Grefing als „Man of the Match“ ausgezeichnet wurden. HSG-Trainer Stephan Petri nannte stattdessen Torwart Michael Thiel. „Er hat den Fliedenern den Zahn gezogen, hat überragend gehalten mit seinen 60 Jahren“, lobte Petri seinen Schlussmann und fügte an: „Fast alles, was durchkam, hat er pariert.“
Erst EM-Bronze, dann Umzug
Seit 2023 hütet Thiel das Gehäuse der Hanauer, wechselt sich hinsichtlich der Einsatzzeiten in der Regel mit Janik Kegelmann ab. Am Samstagabend aber stand der bekennende Fan der SG Flensburg/Handewitt dann doch etwas länger im Kasten als üblich. „Ich habe einige Bälle gut zu fassen bekommen, war wie das ganze Team einfach im Flow“, berichtet Thiel. Beim Auswärtsspiel in Altenhaßlau zwei Wochen zuvor hatte der Routinier allerdings passen müssen. Weil er gemeinsam mit seiner Frau und Freunden Vorrundenspiele der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der EM in Dänemark vor Ort verfolgte – „ein prima Erlebnis“, wie der gebürtige Ruhrpottler betont.
Während seiner Kindheit, die Thiel in Herne verbracht hat, hat er im Alter von zwölf Jahren mit dem Handballspielen begonnen, dem er bis heute durchgehend treu geblieben ist. Nach seinem abgeschlossenen Studium in Bochum nahm der kaufmännische Angestellte ein Jobangebot in Frankfurt an und zog ins Rhein-Main-Gebiet. „Ich hatte mich dann umgeschaut, wo in der Nähe ein Handballverein ist und bin zum HSV Nidderau gewechselt“, erzählt der Oldie, der seinen größten sportlichen Triumph kurz zuvor mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Europameisterschaften der CVJM-Mannschaften im Jahr 1989 erlebte.
Dass der 1,90-m-Torwart auch Jahrzehnte später noch voll im Saft steht, hat er seinem straffen Fitnessprogramm zu verdanken. „Ich mache einiges dafür, dass ich fit bin und das auch so bleibt. Ich gehe zum Therapie- und Aufbautraining und regelmäßig ins Physiostudio.“ Ein Schlüssel zum Erfolg sei außerdem gewesen, konstant am Ball geblieben zu sein.
„Dadurch habe ich immer noch gute Reflexe“, meint der Keeper. Wenn Thiel weiter so hält wie zuletzt in Flieden, sollte sich auch der kommende Gegner TV Gelnhausen II (Samstag, 18 Uhr) warm anziehen. Und neben dem Tabellenneunten dürfte er noch unzählige weitere Teams zur Verzweiflung bringen, denn: „Ich will das ja noch eine ganze Weile so machen.“
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