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„Ich bin sehr glücklich mit dem Vertrauen der Mannschaft“
Foto: Xaver Spenkoch
Bericht Männer 1
Dienstag, 03.02.2026 - 124 Klicks
„Ich bin sehr glücklich mit dem Vertrauen der Mannschaft“
HSG-Rechtsaußen Sebastian Hein über Druck, Disziplin und seinen Traum vom Profihandball

Sebastian Hein gehört trotz seines jungen Alters bereits fest zum Kader der HSG Hanau. Der Linkshänder steht seit seinen ersten Handballtagen für den Verein auf der Platte und hat sich im Drittliga-Team auf der Position des Rechtsaußen etabliert. Im Gespräch mit unserer Reporterin Klara Haase spricht der Youngster über sein Idol Uwe Gensheimer, seine persönliche Mentalität und seine Ziele zwischen Abitur, Ausbildung und dem Traum vom Profihandball. Dabei wirft auch einen Blick auf das anstehende Derby gegen den TV Kirchzell am Freitagabend (20:15 Uhr / Main-Kinzig-Halle).

Hallo Sebastian, wie geht es Dir aktuell?  

Sebastian Hein: „Bei mir ist alles super. Das Spiel gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden war für uns als Mannschaft sehr erfolgreich.“

Du bist Jahrgang 2006 und schon fester Teil des Drittliga-Teams. Wie fühlt sich das für dich aktuell an? Spürt man da Druck oder überwiegt die Freude?

Hein: „Druck gibt es immer. Im Großen und Ganzen bin ich aber sehr, sehr glücklich mit der Wertschätzung und dem Vertrauen, welches mir die Mannschaft entgegenbringt. So macht es noch mehr Spaß, zusammen Handball zu spielen.“

Was macht den Menschen Sebastian Hein aus? Wie würdest Du dich selbst in einem Wort beschreiben?

Hein: „Impulsiv. Ich habe immer sehr viele Ideen auf einmal. Wenn beispielsweise ein Spielzug gespielt wird und ich plötzlich eine davon unabhängige Chance sehe, versuche ich diese auch direkt zu nutzen. Auch wenn das prinzipiell nach etwas Positivem klingt, kann das manchmal auch zu Verwirrung führen.“

Was hat sich für dich in den letzten Monaten am meisten verändert – auf dem Feld oder im Kopf?

Hein: „Mir ist aufgefallen, dass wir uns als Mannschaft definitiv weiterentwickelt haben und gewachsen sind. Wir haben aus vergangenen Fehlern gelernt, an diesen gearbeitet und sind nun besser denn je auf die kommenden Spiele vorbereitet.“

Dein Motto lautet „Mentalität ist alles“. Was steckt für dich konkret hinter diesem Satz? Was gehört für dich zu einer starken Mentalität?

Hein: „Auf jeden Fall Disziplin. Das ist essentiell für Erfolg. Klar, Spaß ist auch wichtig, aber man braucht eben auch eine gewisse Ernsthaftigkeit, um mental dafür bereit zu sein, auch in schwierigen Phasen zu performen. Mir fällt auf, dass es an mir nagt, wenn ich zum Beispiel mal ein oder zwei Würfe nicht treffe. Das ist meine persönliche Schwäche. Wichtig ist, dass ich daran arbeite und mich diesbezüglich verbessere. Dabei erfahre ich glücklicherweise spürbare Unterstützung seitens des Trainerteams, was ich sehr wertschätze.“

Als junger Spieler nimmt man sicher viel von den erfahreneren Mannschaftskameraden mit. Gibt es Mitspieler, von denen Du besonders viel lernst – sportlich oder menschlich?

Hein: „Der größte Austausch findet tatsächlich zwischen mir und meinem Rechtsaußen-Partner Malte Just statt. Klar, ich bin mit allen Jungs gut. Mit Jahrgang 2007 ist Malte mir jedoch altersmäßig am nächsten, weshalb wir uns umso besser verstehen. Abgesehen davon versuche ich mich an meinem Idol, Uwe Gensheimer, zu orientieren. Seine Spielweise hat mich schon immer fasziniert.“

Was ist der wichtigste Rat, den Du bisher im Team bekommen hast?

Hein: ,,Die richtig guten Außenspieler entscheiden sich erst in der Luft. Das hat mir Axel Spandau schon in der Vorbereitung immer gesagt und genau das versuche ich, diese Saison umzusetzen.“

Du wirst von vielen schon als fester Bestandteil des Drittliga-Teams wahrgenommen – dabei bist Du parallel noch Schüler. Wie sieht deine aktuelle Situation zwischen Schule und Handball aus?

Hein: „Im Moment gehe ich noch zur Schule und mache dieses Jahr mein Abitur. Danach werde ich voraussichtlich eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten beginnen.“

War das schon immer der Plan? Was wäre dein Traumberuf, wenn Du frei wählen könntest?

Hein: „Mein Traum wäre es, Handballprofi zu werden. Man braucht aber natürlich auch eine gewisse Absicherung. Ich habe mich mal umgehört und bin über Kontakte auf den Beruf des Steuerfachangestellten gekommen. Die Ausbildung und die Tätigkeit an sich finde ich spannend und Zahlen machen mir eigentlich schon immer viel Spaß. Für die nächste Zeit ist mein Ziel also der Abschluss dieser Ausbildung.“

Du hast es vorhin schon angesprochen: Dein sportliches Vorbild ist Uwe Gensheimer. Was bewunderst Du am meisten an ihm?

Hein: Grundsätzlich spielt er meine mir gegenüberliegende Position, Linksaußen. Was mir an ihm am meisten gefällt, ist seine Präzision durch sein Handgelenk. Generell bewundere ich aber auch die Fähigkeit, sein Selbstbewusstsein und seine Seriosität mit einem bisschen Spielwitz zu kombinieren. Das ist, was ihn für mich einmalig macht.

Gibt es etwas an seiner Spielweise, dass Du dir noch aneignen möchtest, bzw. Du schon übernommen hast?

Hein: „Wie eben schon erwähnt, fasziniert mich sein Handgelenk. Aktuell arbeite ich genau daran und ein paar Trickwürfe wie den Dreher oder Leger ins Spiel einzubauen. Das sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch sehr effektiv. Die meisten Torhüter sind solche Würfe nicht gewohnt und schauen dann natürlich erstmal überrascht (lacht).“

Dein Traumreiseziel sind bekanntlich die Malediven. Was war bisher dein schönster Urlaub?

Hein: Das war letztes Jahr der Sommerurlaub mit meinen Freunden. Da bin ich zusammen mit meinen Jungs nach Athen geflogen. Wir haben uns dort eine sehr schöne Unterkunft gemietet, bei der wir das Meer direkt vor der Haustür hatten. Diesen Urlaub habe ich sehr genossen.

Bist Du im Urlaub jemand, der aktiv sein muss oder genießt Du es, mal nur am Strand zu liegen?

Hein: „Da kommt es tatsächlich darauf an, mit wem ich bin. Wenn ich mit meiner Freundin Urlaub mache, dann bin ich eher nicht so sportlich aktiv. Da steht Erholung im Vordergrund. Wenn ich mit meinen Freunden verreist bin, dann kommt es auch vor, dass wir Workouts machen und ins Gym gehen. Wenn es sich anbietet, gehe ich dann auch im Urlaub mal wandern.“

Am Freitagabend (20:15 Uhr) empfangt ihr den TV Kirchzell zum Main-Odenwald-Derby. Im Hinspiel war vor allem eure Abwehrleistung bemerkenswert. Was wird diesmal entscheidend sein?

Hein: „Die Mannschaft hat sich durch den Derby-Sieg gegen Nieder-Roden sehr viel Selbstbewusstsein geholt. Wie in den letzten Spielen, werden wir den Fokus auf die Abwehr legen, die entscheidend sein wird. Ein Sieg wäre wünschenswert und würde uns als Mannschaft nochmal die Bestätigung geben, dass sich unsere Mühen auszahlen.“

Vielen Dank für das Gespräch!

Quelle: Klara Haase vom 03.02.2026
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