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Es kribbelt noch in den Fingern
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Samstag, 17.12.2022 - 3077 Klicks
Es kribbelt noch in den Fingern
3. LIGA HSG Hanaus Björn Christoffel kann nach seinem Abschied als Spieler die Finger nicht so ganz vom Ball lassen

Zahlreiche gestandene Spieler haben die HSG Hanau im Sommer verlassen, auch Björn Christoffel hat seine Handballschuhe damals mehr oder weniger an den Nagel gehängt. Der Linkshänder ist dem Verein aber erhalten geblieben und kümmert sich als Teammanager darum, dass es der Drittliga-Mannschaft rund um die Spieltage an nichts fehlt - so auch im heutigen Heimspiel gegen die HG Saarlouis (19.30 Uhr). Wir haben mit dem langjährigen Leistungsträger über seinen Perspektivwechsel und die erfolgreiche Hinrunde der Hanauer gesprochen.

Herr Christoffel, seit dem Sommer sind Sie nicht mehr Spieler, sondern Teammanager der HSG Hanau. Welche Aufgaben fallen da in Ihren Bereich?

Das sind viele organisatorische Dinge: Vor Auswärtsspielen kümmere ich mich zum Beispiel um die Anfahrt, buche den Bus, sorge dafür, dass genügend Verpflegung für die Spieler da ist. Bei den Heimspielen spielt die Verpflegung ebenfalls eine große Rolle, da organisiere ich zum Beispiel eine Snack-Ecke, das Essen nach dem Spiel oder gegebenenfalls die Abendplanung. Außerdem gibt es immer noch zahlreiche Kleinigkeiten, die in der Halle so anstehen.

Sie waren lange Jahre Spieler, jetzt können Sie erstmals nur vom Spielfeldrand aus zusehen, während Ihre früheren Mitspieler um jeden Ball kämpfen. Wie schwer fällt Ihnen dieser Rollenwechsel?

Es kribbelt mir selbstverständlich noch in den Fingern, alles andere wäre gelogen. Aber ich bin ja weiterhin nah an der Mannschaft dran, trainiere noch zweimal pro Woche mit, das Feuer ist noch da. Mit meiner jetzigen Rolle bin ich wirklich zufrieden, aber falls mal Not am Mann ist, stehe ich als Backup bereit - so war es ja auch vorgesehen.

Sie selbst waren im Sommer nicht der einzige, der bei der HSG handballerisch kürzergetreten ist, insgesamt gab es einen großen Umbruch. Vor diesem Hintergrund steht die HSG aktuell etwas überraschend auf dem zweiten Platz - hat Sie das ebenfalls überrascht oder war Ihnen als Insider klar, dass eine so erfolgreiche Hinrunde möglich ist?

Sicher wissen kann man so etwas im Vorfeld ja nie, da spielen viele Faktoren eine Rolle - unter anderem, ob sich wichtige Spieler verletzen. Wir sind glücklicherweise von größeren Verletzungen verschont geblieben, und gerade am Ende der Saisonvorbereitung, in den Testspielen gegen Großwallstadt oder Fürstenfeldbruck, konnte man schon sehr gut sehen, was für ein Potenzial in der Mannschaft steckt. Dass die Hinrunde so gut wird, hätte ich vielleicht nicht erwartet, aber das hat sich das Team vom Beginn der Saisonvorbereitung an auch hart erarbeitet. Konditionell und vom Spielstil her sind wir auf einem ganz anderen Level, hier kann ich dem Team nur ein Riesenlob aussprechen. Wir sind sehr glücklich, wie es gerade läuft, und ich hoffe auf eine ähnlich erfolgreiche Restrunde.

Sie selbst standen in dieser Saison auch schon auf dem Spielfeld, allerdings in der Oberliga-Mannschaft der HSG, bei der Sie dreimal ausgeholfen haben. Wie kam es zu diesen Einsätzen?

Bei unserer zweiten Mannschaft spielt normalerweise Akos Csaba auf Rechtsaußen, der aber auch noch in der A-Jugend spielt. Als er wegen eines A-Jugend-Spiels nicht für das Oberliga-Team auflaufen konnte, wurde ich gefragt, ob ich einspringen könnte. Ich hatte selbstverständlich Lust, denn es kribbelt mir ja immer noch in den Fingern. Ich habe dann mal bei der Mannschaft mittrainiert, und da sie ein ähnliches System spielt wie das Drittliga-Team, war die Umstellung nicht schwierig. Die Oberliga-Mannschaft ist sehr jung, da versuche ich, meine Erfahrung einzubringen und ihnen Rückhalt zu geben. Bei Bedarf helfe ich also gerne weiterhin aus, und bisher hat es jedes Mal ganz gut funktioniert: Die drei Spiele, in denen ich mit dabei war, haben wir alle gewonnen (lacht).

Wie groß ist die Chance denn, dass die Zuschauer in der Main-Kinzig-Halle Sie noch einmal für die erste Mannschaft auflaufen sehen?

Ich denke, diese Chance ist eher gering. Dennis Gerst bleibt hoffentlich weiter fit, und so lange werden die Fans mich nur neben dem Spielfeld sehen. Falls allerdings mal Not am Mann ist - das will ich aber nicht hoffen -, stehe ich selbstverständlich zur Verfügung, in dem Fall wird wohl Luke Ireland auf Rechtsaußen spielen und ich setze mich dann auf die Bank.

Das Gespräch führte Robert Giese

Quelle: Hanauer Anzeiger vom 17.12.2022
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