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Erst Positionswechsel, dann Hessenmeister?
Foto: HSG Hanau
Pressebericht C-Jugend
Mittwoch, 12.02.2020 - 4756 Klicks
Erst Positionswechsel, dann Hessenmeister?
Hanaus C-Jugend-Spieler Anel Durmic wechselte vom Rückraum ins Tor
Zehn Minuten vor dem Ende ihres Heimspiels gegen den TuS Holzheim war für Spieler, Trainer und Fans der Hanauer C-Jugend die Handballwelt noch in Ordnung. Da stand es in der Doorner Halle 20:20. Doch dann ging alles ganz schnell – plötzlich sahen sich die Grimmstädter mit 20:24 und am Ende mit 23:29 Toren in Rückstand. Damit war die Tabellenführung in der Oberliga Hessen futsch. Doch schon am kommenden Sonntag kann sich das Team um Torhüter Anel Durmic diese zurückerobern.

„Wir müssen dieses und auch alle weiteren Spiele gewinnen, denn wir wollen unbedingt zur Hessenmeisterschaft.“ Der Keeper gibt sich vor dem Topspiel am Sonntag um 12.30 Uhr beim neuen Spitzenreiter HSG Rodgau Nieder-Roden kämpferisch. Noch sind es vier Spiele bis zum Saisonende am 14. März.

Anel Durmic gehört zu den Stützen der Hanauer Oberliga-C-Jugend, gilt in dieser Saison 2019/20 als der sichere Rückhalt. Mit seiner Körpergröße von 1,77 Metern weiß der Torhüter das Gehäuse schon gut abzuschirmen. Seine Stärke: mit langen, passgenauen Bällen seine Vorderleute auf die Reise schicken, um über Tempogegenstöße zum Erfolg zu gelangen.

Anels Durmics Talent im Tor ist auch den Sichtern im Hessischen Handballverband nicht verborgen geblieben – sie nominierten ihn kürzlich für den Auswahlkader. Bereits vor einem Jahr hat der 13-Jährige in der Hessenauswahl gespielt. Seinerzeit allerdings nicht als Torhüter, sondern als Regisseur im Rückraum. Denn hier kommt Anel Durmic eigentlich her. Nur aufgrund eines Mangels auf der Torwartposition hat es ihn nach einem Camp, bei dem sein Potenzial erkannt wurde, zwischen die Pfosten verschlagen. Aber er fühlt sich hier mittlerweile ebenso pudelwohl („Es macht mir total viele Spaß“) – und ist ebenso talentiert.

Durch seinen Bruder Alen, der in der B-Jugend der HSG Hanau spielt, war Anel als Dreijähriger zum Handball gekommen. „Man gewinnt und verliert zusammen“, ist für Anel Durmic vor allem der Teamgeist besonders wichtig. Mit seinen Mitspielern versteht er sich super, auch außerhalb des Handballfeldes unternehmen sie viel gemeinsam, gehen bowlen oder schauen Spiele der Bundesliga. Hier schlägt Durmic' Herz für den deutschen Meister SG Flensburg/Handewitt und insbesondere für Torhüter Benjamin Buric, seinem Vorbild.

Auch Anel Durmic, dessen Wurzeln in Bosnien liegen und der in Deutschland geboren ist, möchte gerne einmal Profi werden und am liebsten den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen. Er weiß, dass es ein langer und sicherlich steiniger Weg werden wird. Aber der Schüler der Otto-Hahn-Schule arbeitet gerne und hart dafür.

Spezielles Torwarttraining bekommt er von Heiko Trinczek. „Er fordert und fördert uns, das Training gefällt mir total gut“, freut sich Anel Durmic auf die speziellen Freitagseinheiten. Das Torhütertalent spielte bereits in der vergangenen Saison in der C-Jugend, obwohl er vom Alter her noch in der D-Jugend hatte spielen können.

Bereits in den Jugendklassen konnte Anel Durmic, der in der Freizeit gerne Freunde trifft und Musik hört, mit seinen Mannschaften einige Meisterschaften feiern. Jetzt möchte er dies mit der C-Jugend realisieren.

Dazu soll am kommenden Sonntag die Tabellenführung zurückerobert werden. „Wir müssen unsere Chancen besser nutzen und in der Deckung noch konsequenter agieren“, fordert Anel Durmic. Er ist überzeugt, dass er und seine Teamkollegen sich gegen Nieder-Roden für die 23:26-Hinspielniederlage revanchieren. Und wenn diese Hürde geschafft ist, wollen sie sich von keinem Gegner mehr aufhalten lassen.

von Katja Vügten
Quelle: Hanauer Anzeiger vom 12.02.2020
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