Samstag, 25.05.2019 - Pressebericht - Hanauer Anzeiger  
Frauen:
Damen: „Die Liga hat uns alles abverlangt“
SAISONRÜCKBLICK: Für Meister HSG Hanau beginnt ein neues Kapitel in alter Liga
Die „Thekenelfen“ der HSG Hanau blicken auf eine erfolgreiche Saison zurück, die mit dem Meistertitel gekrönt wurde.


Weil die Mannschaft auf den Aufstieg verzichtet, wird sie der Bezirksoberliga aber mindestens ein weiteres Jahr erhalten bleiben.

Durch den freiwilligen Verzicht der Hanauerinnen darf sich die HSG Rodgau Nieder-Roden II über den Aufstieg in die Landesliga freuen. „Wegen des starken Umfeldes in Sachen Frauenhandball hat Nieder-Roden sportlich eine bessere Perspektive“, stellt Hanaus Trainer Heinrich Wenzel klar, „man muss das schon realistisch einschätzen“. Bei den „Thekenelfen“ gebe es viele junge Mütter und solche, die es demnächst werden. Hinzu kommen mehrere Spielerinnen, die im Schichtdienst arbeiten. Im Training seien regelmäßig nur eine Handvoll Spielerinnen anwesend gewesen, bemerkte zuletzt Ex-Coach Dirk Bade. Der Mitbegründer der „Thekenelfen“, der die Mannschaft zusammen mit Wenzel über Jahre betreute, wird zur kommenden Saison von Arno Lang abgelöst.

Der Meister der abgelaufenen BOL-Saison ist zudem die einzige Frauenmannschaft bei der HSG Hanau. Auch „der fehlende Unterbau“ in Hanau sei ein Grund für den Verbleib in der Bezirksoberliga. „Wir fühlen uns trotzdem pudelwohl bei der HSG“, stellt Wenzel klar. „Aber man kann auch nicht mit neun Spielerinnen zu einem Landesligaspiel fahren.“ Deshalb bleiben die „Thekenelfen“ der Liga erhalten und „wollen wieder vorne mitspielen“.

Das neue Trainergespann komplettiert ab der bevorstehenden Vorbereitung der 51-jährige Lang. „Ein Herzbluttrainer“, freut sich Wenzel auf den neuen Kollegen. Zuletzt trainierte Lang die Frauen des TSV Griedel in der Landesliga Mitte. Einige seiner neuen Spielerinnen kennt er bereits aus seiner Zeit bei der HSG Maintal. Der erfahrene Neu-Trainer „ist vom Potenzial der Mannschaft überzeugt“, weiß Wenzel. Mit fünf Punkten Vorsprung fuhr die HSG Hanau eine scheinbar ungefährdete Meisterschaft ein. Doch der Schein trügt. „Die Liga hat uns alles abverlangt“, erklärt Wenzel. Es habe mehrere knappe Spiele gegeben. „Wir sind keineswegs durch die Liga marschiert.“ Dass sich das Team mächtig ins Zeug legen muss, wurde bereits im ersten Saisonspiel deutlich: Gegen hochmotivierte Preagbergerinnen gab es zum Auftakt direkt die erste von am Ende zwei Saisonniederlagen. Neben dem starken Gegner sei „vor allem die mangelnde Chancenverwertung“ Schuld gewesen. „Das war in der gesamten Saison ein wenig das Manko.“ In knappen Spielen habe die Mannschaft vor allem „kämpferisch und mit Teamgeist überzeugt“. Eine dieser Kämpferinnen ist Neuzugang Vanessa Pape, „die vor allem unsere Abwehr enorm verstärkt hat“. Es sei schwer, mehrere Spielerinnen hervorzuheben, „da sich alle über die Saison gesehen stark präsentiert haben“. Auszeichnungen von offizieller Seite gab es für Kreisläuferin Isabel Lerch und die Rechtsaußen Kim Plitzko, die bei der Handball-Gala des HANAUER ANZEIGER in die „Top 7“ des Handball-Bezirks gewählt wurden.

von Per Bergmann
Quelle: Hanauer Anzeiger vom 25.05.2019
Artikel übernommen von Andreas am 25.05.2019