Donnerstag, 16.05.2019 - Pressebericht - Hanauer Anzeiger  
Männer 2:
M2: Saison Rückblick - Das Beste aus dem Kader herausgeholt
Personell gebeutelte HSG Hanau II wird unverhofft Vizemeister – Rosige Aussichten
Die Besten vom Rest – unter diesem Schlagwort kann die zweite Mannschaft der HSG Hanau die jüngst zu Ende gegangene Saison in der Landesliga Süd verbuchen.


Denn um die Meisterschaft konnten die Hanauer zwar nicht mitspielen, weil TuSpo Obernburg die Liga vom ersten bis zum letzten Spieltag dominierte, dahinter aber war letztlich die HSG das beste Team und wurde schließlich Zweiter – und das trotz teilweise schwieriger personeller Situation.

Schon in der Saisonvorbereitung hatte sich der schmale Kader negativ bemerkbar gemacht, Verletzungen wie der Kreuzbandriss von Janik Kegelmann dünnten die ohnehin alles andere als üppig besetzte Truppe weiter aus. „Da müssten wir einen großen personellen Aderlass hinnehmen“, erinnert sich HSG-Coach Norbert Wess an den Saisonbeginn, „in den ersten Spielen haben wir uns dennoch durchgeschlagen.“ Zum Glück für die HSG erklärten sich immer wieder Routiniers wie Kai Best bereit, für eine Weile einzuspringen, und sorgten dadurch für etwas Entlastung.

Als Faustpfand auf dem Weg zum zweiten Platz erwiesen sich für die Hanauer während der gesamten Saison zwei Faktoren: Einerseits stimmte die Mentalität des Teams, das immer bis zum Ende kämpfte und einige bereits verloren geglaubte Spiele wie das Hinspiel gegen die HSG Kahl/Kleinostheim noch drehte. Andererseits trug auch die straffe Saisonvorbereitung Früchte, denn die Hanauer konnten trotz begrenzter Wechselmöglichkeiten oft auch in der Schlussphase des Spiels noch zulegen. „Unsere körperliche Fitness hat gestimmt und unsere Einstellung war auch gut“, zeigte sich Wess folglich zufrieden.

Während der langen Saison lief freilich nicht alles rund, denn gerade in der zweiten Saisonhälfte musste die HSG der dünnen Personaldecke hin und wieder Tribut zollen und die ein oder andere unerwartete Niederlage wie gegen die HSG Fürth/Krumbach hinnehmen. „Gekämpft haben wir immer, aber irgendwann gibt es einfach einen Kräfteverschleiß“, wollte der HSG-Coach seinen Spielern keinen Vorwurf machen, schließlich hätten diese das Saison Ziel dennoch erreicht. „Wir wollten Zweiter werden und das haben wir geschafft, bei dem zur Verfügung stehenden Personal war das eine überragende Leistung.“

Eine weitere derartige Saison will Wess seiner Mannschaft allerdings nicht zumuten, „das wäre ein Raubbau an der Substanz“, wie der erfahrene Trainer betont. Bisher msieht es auch ganz so aus, als könnte der Coach der Landesliga-Mannschaft auf mehr Personal zurück greifen: Im Kader der ersten Mannschaft der Hanauer stehen in der kommenden Saison 20 Spieler, von denen einige künftig regelmäßig unter Wess auflaufen sollen.

„In der ersten Mannschaft wird es einen hohen Leistungsdruck geben, und wir wollen die Durchlässigkeit zwischen Drittliga- und Landesliga-Team erhöhen“, rechnet Wess mit der ein oder anderen Verstärkung. Zudem bleibe der aktuelle Kader zusammen, sodass sich der HSG-Coach in der kommenden Spielzeit ans Feintuning der Truppe setzen will. „Wir haben uns in dieser Saison schon weiterentwickelt und unser Tempo erhöht, das wollen wir fortsetzen“, sagt Wess und meint damit vor allem eine Verbesserung der Zweiten Welle. Zudem will er seine Spieler eine weitere Abwehrvariante einstudieren lassen und arbeitet auch im Angriff an weiteren Varianten für bestimmte Spielsituationen – unter anderem auch mit Einsatz des von Wess eher ungeliebten siebten Feldspielers.

Von Robert Giese
Quelle: Hanauer Anzeiger vom 16.05.2019
Artikel übernommen von Andreas am 16.05.2019