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60 Minuten couragiert dagegengehalten
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Bericht Männer 1
Sonntag, 02.02.2025 - 1972 Klicks
60 Minuten couragiert dagegengehalten
HSG Hanau verliert Heimspiel gegen HG Saarlouis mit 28:34

Die HSG Hanau hat sich in der 3. Handballliga Süd-West am Samstagabend der HG Saarlouis geschlagen geben müssen. In einer intensiven Partie unterlagen die weiterhin dezimierten Grimmstädter den Gästen aus dem Saarland mit 28:34 (12:19). Zwischenzeitlich hatten sich Bergold, Ritter & Co. in der zweiten Halbzeit noch einmal aufopferungsvoll herangekämpft, doch der Anschlusstreffer gelang nach dem 28:31 nicht mehr. Saarlouis glückte damit in der Hanauer Main-Kinzig-Halle die Revanche für das Hinspiel im September, damals hatten die Hessen noch deutlich über die HGS triumphiert.

„Ich muss meine Mannschaft unglaublich loben, vor allem für die Einstellung, die sie heute an den Tag gelegt hat“, sagte HSG-Cheftrainer Hannes Geist nach dem Spiel am Mikrofon. „Auch wenn es in der ersten Halbzeit vielleicht nicht so aussah: Die Jungs haben versucht, alles was sie im Tank hatten, auf die Platte zu bringen.“

Das 10. Heimspiel der Saison 2024/25, präsentiert vom Druck- und Medienpartner der Blau-Weißen, dem Hanauer Anzeiger, hatten die Grimmstädter einmal mehr mit reduziertem Kader bestreiten müssen. 12 Spieler standen am Ende auf dem Spielberichtsbogen, auch da die zweite Mannschaft der HSG zeitgleich ihr wichtiges Auswärtsspiel in Groß-Umstadt bestritt. Für Hanau kehrten am Samstagabend Torhüter Benedikt Müller und Kreisläufer Dziugas Jusys nach langen Verletzungspausen zurück auf die Platte. Letzterer erzielte direkt seine ersten vier Tore in dieser Saison.

„Von der Energie des Gegners anstecken lassen“

Dabei begann die Begegnung für Hanau bereits alles andere als optimal: Saarlouis ging vor knapp 300 Zuschauern schnell mit 2:0 durch Yves Kunkel (2. Minute) in Führung und nach einer Zeitstrafe gegen Hanaus Cedric Schiefer erhöhten die Gäste sogar auf 6:1 (7.). „Wir haben uns in den ersten 30 Minuten von der Energie des Gegners anstecken lassen und einfach zu viele technische Fehler gemacht“, monierte Geist. „Das hat sich für uns durch das ganze Spiel gezogen. Die Fehlwürfe haben uns das Genick gebrochen.“

In der 11. Minute legte der Hanauer Chefcoach zum ersten Mal die Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Ritter, Schiefer & Co. hatten bis zu diesem Zeitpunkt auf das Tempo gedrückt und mit viel Risiko im Angriff agiert, ohne Erfolg. Zwar verkürzte Paul Hüttmann in der Folge von Rechtsaußen auf 4:8 (12.), doch die Gäste stellten schnell die alte Differenz wieder her. Nach einem verworfenen Siebenmeter von HSG-Kapitän Max Bergold behauptete Saarlouis die hohe Führung beim 16:9 (22.).

Ruppig wurde es dann in den folgenden Minuten: Muhamet Durmishi sah auf Seiten der HGS in der Abwehr zunächst die Zeitstrafe und räumte kurz darauf– keine Minute nach seiner Wiederkehr auf die Platte – Dennis Gerst rabiat ab, was mit der Roten Karte (26.) geahndet wurde. Auch weil Hanau in den ersten 30 Minuten zu oft am gegnerischen Torhüter scheiterte, ging es für die Geist-Sieben mit einem 12:19-Rückstand in die Pause.

Bis zum Schluss an sich geglaubt

Mit dem Wiederbeginn kam Hanau mit viel Elan aus der Kabine und versuchte, angeführt von seinen beiden Topscorern Cedric Schiefer und David Rivic, den Rückstand auf die Gäste zu verkleinern. Mit viel Engagement warf sich die Spielgemeinschaft aus Kesselstadt und Steinheim in jeden Zweikampf und verkürzte per Siebenmetertreffer von Hüttmann in der 37. Minute auf 18:23.

„Nach der Halbzeit einen Sieben-Tore-Rückstand gegen eine mit voller Energie spielende HG Saarlouis aufholen zu wollen und bis zum Schluss an sich zu glauben, das ehrt meine Mannschaft und zeigt ihre Courage“, lobte Geist nach dem Abpfiff. Der Coach musste aber zunächst von der Seitenlinie mit ansehen, wie Saarlouis nach einer doppelten HSG-Unterzahl wieder auf acht Toren beim 27:19 (44.) vorlegte.

In der Crunchtime sammelten die Grimmstädter dann ein letztes Mal die verbliebenen Kräfte: Geist stellte im Angriff um und ließ seine Mannschaft nun mit dem siebten Feldspieler agieren. Der taktische Kniff ging auf. Saarlouis wirkte nun behäbiger und mit robustem Abwehrspiel sowie einer guten Torhüterleistung von Benedikt Müller kamen die Gastgeber noch einmal heran. Schiefer fand mit einem tollen Pass Hüttmann, der das 25:30 (50.) einwarf. Wenig später sorgte Rivic mit einem Doppelschlag für das 27:31 (56.) und Jusys stellte auf 28:31. Gleichzeitig flog Marcel Becker mit einer Zeitstrafe vom Feld. Hüttmanns Siebenmeter, mit dem Hanau auf zwei Treffer hätte verkürzen können, wurde aber in der 58. Spielminute von Daniel Schlingmann partiert.

„Unseren dünnen Kader hat heute jeder gesehen“, meinte Geist später. „Trotzdem haben die Jungs ein gutes Spiel gemacht und wenn wir erfolgreicher abschließen und unsere Fehler minimieren, dann hätten wir hier auch ein besseres Ergebnis erzielen können. So geht der Sieg verdient an Saarlouis.“

Am nächsten Samstag, 8. Februar trifft die HSG Hanau auswärts auf die Bergischen Panther.

Artikel geschrieben von Lucas Mertsching am 02.02.2025
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