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Manchmal läuft es verrückt im Handball: Die Drittliga-Männer der HSG Hanau sind derzeit in der Auswärtsbilanz top (1.), aber in der Heimbilanz eher ein Flop (16.). Die „Zweite“ schrammte als Vizemeister vergangene Saison nur knapp am Aufstieg in die Regionalliga vorbei – diese Saison muss sie in der Oberliga sogar aufpassen, dass sie nicht in den Bezirk absteigt: Momentan nimmt sie in der Staffel Süd den viertletzten Tabellenplatz ein.
Start ein „Schlag ins Gesicht“
„Wir werden mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen“, schätzt Paul Weide die Mannschaft als qualitativ stark genug ein – wenn sie denn personell gut aufgestellt ist und nicht mehr wie zuletzt mit Verletzungen zu kämpfen hat. Weide (Jahrgang 2007) ist einer der A-Jugendlichen, die bereits fest zum Kader der zweiten Herren gehören. Sicherlich habe die HSG nach der vergangenen Saison höhere Ansprüche gehabt, weshalb „dieser Saisonstart für uns wie ein Schlag ins Gesicht war“. Die Mannschaft sei „gefrustet“, weil sie weiß, dass sie häufig nicht an den Gegnern, sondern an sich selbst scheitert. „Es liegt jetzt an uns, uns schnellstens aus dem Sumpf zu ziehen.“ Und das heißt, „konzentrierter zu sein, technische Fehler abzustellen und als Mannschaft geschlossen aufzutreten“. Mit der A-Jugend hat der Linkshänder derzeit ganz ähnliche Probleme: „Auch da stehen wir uns oft selbst im Weg“. Womit Hanau ans Tabellenende der 2. Liga rutschte.
So weit will es die Drittliga-Reserve nicht kommen lassen. Sie hat die zweiwöchige Pause dazu genutzt, wieder in die Spur zu kommen. „Wir haben in der Mannschaft viel gesprochen und auch schon einige Dinge verändert“, sagt Paul Weide. Das taktische Konzept stimme, nun soll es vernünftig und fehlerfrei umgesetzt werden. Um gegen das Spitzenteam der HSG Bachgau am Samstag um 17.15 Uhr in der Welzbach-Halle nicht unter die Räder zu geraten. Wichtig sei, die eigene, zuletzt schwache Trefferquote zu erhöhen. „Wir wollen beweisen, wozu wir in der Lage sind – dem Gegner und uns“, verspricht Paul Weide und hofft, dass er mit seinen Teamkollegen und seinem Verein, dem er seit dem Kindergartenalter angehört, einen Lauf starten kann, um die Gefahrenzone zu verlassen und sich stattdessen mit der Zeit in der oberen Tabellenhälfte wiederzufinden.
Die Chemie stimmt jedenfalls in der Truppe, in der sich der 18-Jährige pudelwohl fühlt. Vergangene Saison hatte er bereits Einsätze im Drittliga-Kader, legt in dieser Saison aber einen stärkeren Fokus auf die Schule und das anstehende Abitur. Anschließend möchte der Hanauer Medizin studieren, und das möglichst in der Nähe, um weiter Handball bei der HSG spielen zu können. Hier hat er schon einige Erfolge wie die Hessenmeisterschaft oder den fünften Platz bei der Deutschen Beach-Handball-Meisterschaft („Ein tolles Erlebnis, das mal etwas ganz anderes war“) feiern dürfen. Auch der Einsatz in der 3. Liga war für ihn „eine Ehre“, da er gemeinsam mit denen gespielt hat, die er einst als D- oder E-Jugendlicher angefeuert hat.
Wegen des geringeren Zeitaufwandes hat sich der Zwei-Meter-Mann aber vor dieser Saison entschieden, neben der A-Jugend „nur“ in der zweiten Männermannschaft zu spielen, zumal er hier mehr Spielanteile bekommt. Von Kurzeinsätzen keine Spur. Im jüngsten Spiel kam er auf der rechten Seite viel zum Einsatz, trug acht Tore bei – fünf von der Siebenmeterlinie. Normalerweise ist er Rückraum-Shooter, kommt aber auch auf Außen gut klar. Mit den anderen A-Jugendtalenten, die integriert sind, fühlt er sich als vollwertiges Mitglied der Mannschaft. „Ich habe zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass wir hier eine andere Stellung haben“, sagt der Schüler des Karl-Rehbein-Gymnasiums. Man genieße volles Vertrauen und eine tolle Bestätigung auch von Trainer Ibo Ücel, der variabel aufstelle und mit Herzblut bei der Sache sei. Dienstags trainieren die A-Jugend und zweiten Herren jetzt zusammen. Um keine Einheit beider Mannschaften zu verpassen (und zusätzlich noch bei der ersten Herrenmannschaft vorbeizuschauen), kommt Paul Weide auf 15 Stunden Handball in der Woche. „Donnerstags zur Videoanalyse im Anschluss an das Training bringt immer einer von uns etwas zu Essen mit – Eintopf, Wraps oder auch mal Pizzabrötchen“, verrät er.
Trefferquote muss besser werden
Soweit ist also alles in Butter
bei der Hanauer Reserve. Jetzt gilt es, am Samstag auch auf der Platte eine
Einheit zu stellen und vor allem im Abschluss konsequent vorzugehen. „Mit einer
Trefferquote von nur 50 Prozent können wir kein Spiel gewinnen“, prophezeit
Paul Weide. Dabei hat die HSG Bachgau ihre bislang einzige Niederlage zu Hause
kassiert (allerdings gegen Tabellenführer HSG Kahl/Kleinostheim). Warum nicht
selbstbewusst auflaufen und sich ein Beispiel an der eigenen „Ersten“ nehmen
und mit einem zweiten Erfolg in der Fremde die Auswärtsbilanz aufpolieren?
Alle wichtigen Infos zum Handballgeschehen in der Region und rund um unsere HSG Hanau finden sich auf Hanauer.de.














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