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„Trotz zunehmender Professionalisierung ist die HSG Hanau ein sehr familiärer Verein“
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Bericht Männer 1
Freitag, 12.12.2025 - 2071 Klicks
„Trotz zunehmender Professionalisierung ist die HSG Hanau ein sehr familiärer Verein“
HSG-Torhüter Benedikt Müller im Interview vor dem kleinen Hessenderby
Interview_mit_Benedikt_Müller

Interview_mit_Benedikt_Müller Nicht zuletzt dank seiner herausragenden Leistung hat die HSG Hanau vor einer Woche das emotionale Heimderby gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden für sich entschieden: Die Rede ist natürlich von HSG-Torhüter Benedikt Müller. Was für ein Mensch steckt eigentlich hinter diesem 33-jährigen Hanauer Schlussmann, der in der Main-Kinzig-Halle vom Blauen Block längst „Super-Keeper“ gerufen wird?

Vor dem kleinen Hessenderby am heutigen Freitagabend (Hanau empfängt die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II) hat der Polizist und Hobby-Sternekoch unserer Reporterin Klara Haase im Interview Rede und Antwort gestanden.

Interview_mit_Benedikt_Müller

Hallo Benedikt, vielen Dank, dass Du Dir heute die Zeit nimmst. Wie geht es Dir?

Müller: „Es ist gerade zwar ein wenig stressig auf der Arbeit, aber ansonsten geht es mir gut.”

Letzte Woche habt ihr den Tabellenzweiten aus Rodgau Nieder-Roden im Heimderby souverän geschlagen. Was ist Dir von dem Abend besonders im Gedächtnis geblieben?

Müller: „Unser letzter Gegner war ja nicht nur der Tabellenzweite, sondern vor allem unser Nachbar aus Nieder-Roden. Mich hat am letzten Freitag vor allem die unglaubliche Kulisse beeindruckt sowie das Publikum und ganz allgemein der Support. Dann aber natürlich auch unser Auftritt als Mannschaft. Ich finde, wir haben ab der ersten Minute einfach eine herausragende Leistung auf die Platte gebracht.“

Wenn wir dich abseits von Handball und Halle kennenlernen, wie würden wir dich dort als Mensch wahrnehmen? Was würde uns wahrscheinlich als erstes auffallen?

Müller: „Ich selbst würde mich als ruhig, aber trotzdem offen und kommunikativ beschreiben. Das sind, glaube ich, die drei Hauptmerkmale, die mich als Mensch ausmachen.”

Wie sieht ein ganz normaler Tag in deinem Leben aus?

Müller: „Unter der Woche stehe ich gegen 5:30 Uhr auf und bin dann von 6:15 Uhr bis ungefähr 16:00 Uhr auf der Arbeit. Was ich danach mache, variiert total. Wenn das Training nicht auf dem Programm stünde, würde ich wahrscheinlich den Abend daheim mit meiner Freundin oder Freunden verbringen. Solche Abende habe ich aber in der Regel nicht allzu häufig (lacht). An Wochenenden schlafe ich gerne mal aus, das heißt für mich bis 8:00 oder 8:30 Uhr. Danach folgt entspannt einen Kaffee trinken, frühstücken und den Haushalt erledigen. Wenn ich wirklich mal frei habe, schaue oder besuche ich gerne irgendwelche Sportveranstaltungen. Der Sport begleitet mich oftmals auch in meiner Freizeit, selbst wenn Handball mal nicht ansteht. “

Was machst Du beruflich – und was bedeutet Dir dein Job?

Müller: „Ich bin bei der Landespolizei. Vor 14 Jahren habe ich dort ein duales Studium angefangen und arbeite seitdem in einer Dienststelle in Frankfurt. Ich habe mir das damals ausgesucht, weil man mit Menschen und vor allem auch für Menschen arbeitet. Es macht mir immer noch viel Spaß und dafür bin ich sehr dankbar.”

Gibt es Überschneidungen zwischen deinem Beruf und deiner Rolle bei der HSG? Wie gut kannst Du beides miteinander vereinbaren?

Müller: „Tatsächlich gibt es da ein paar Parallelen. Auf der Arbeit nehme ich eine Führungsposition ein, die sich in meiner Rolle als Torhüter und als einer der Leistungsträger auch in der Mannschaft widerspiegelt. Die Arbeit und den Sport kann ich dabei ganz gut trennen. Das Training ist für mich in dem Fall auch ein gewisser Ausgleich, der mir persönlich gut tut. Es klingt natürlich stressig, wenn jemand hört, dass ich bis 16 Uhr arbeite und direkt danach Training angesagt ist. Aber ohne das Training würde es mir schwerer fallen, zuhause abzuschalten. Ich kriege das mit der Arbeit und dem Sport in der Regel gut unter einen Hut, sodass ich beispielsweise an den Spieltagen auch nicht arbeiten muss. Dabei genieße ich glücklicherweise Support aus meiner Dienststelle, wofür ich sehr dankbar bin.”

Du hast erst mit 14 Jahren angefangen Handball zu spielen. Wie kam es dazu und war Dir direkt klar, dass Du für die Rolle des Torwarts gemacht bist? Wie sahen deine handballerischen Anfänge aus?

Müller: „Angefangen hat alles durch eine Handball-AG in der Schule, wo ich mich im Tor ganz gut angestellt habe. Damals wurde ein Torhüter für die Schulmannschaft gesucht. Man wurde mit einem Tag schulfrei gelockt, was in diesem Alter sehr attraktiv war. Dass ich mich komplett auf Handball festlegte, hat jedoch einen Moment gedauert, weil ich seit meinem dritten Lebensjahr Fußball gespielt habe. Ein Jahr lang habe ich beide Sportarten gemacht. Ich habe aber dann doch festgestellt, dass beides zusammen nicht funktioniert und habe mich für den Handball entschieden.“

Du hast schon einige Vereinswechsel hinter Dir. Würdest Du sagen, es fällt Dir leicht, dich an ein neues Umfeld zu gewöhnen, dich in eine neue Mannschaft zu integrieren und wie wurdest Du bei der HSG aufgenommen?

Müller: „Da kommt mir, glaube ich, meine offene Art und die kommunikative Seite sehr zugute. Ich hatte nie Probleme, mich in irgendeiner Mannschaft oder in irgendeinem Personenkreis zurechtzufinden, sei es auf der Arbeit, privat oder im Sport. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich in meiner Handball-Laufbahn eigentlich noch keine Mannschaft kennenlernen durfte, in der ich nicht freundlich aufgenommen wurde.”

Was ist für dich typisch „HSG Hanau“ und wie würdest Du den Verein beschreiben? Gibt es dabei etwas, die HSG für dich besonders macht?

Müller: „Immer noch sehr familiär, trotz der zunehmenden Professionalisierung. Wenn man die Leute betrachtet, die ehrenamtlich im Verein arbeiten und bei den Heimspieltagen helfen, merkt man, dass viele sich schon jahrelang kennen. Auch aus der Zeit, bevor die HSG in der dritten Liga spielte. Jetzt ist zwar alles noch umfangreicher und größer geworden, aber die Leute sind geblieben und helfen noch immer mit Freude. Ich persönlich komme sehr gerne zu den Heimspielen.”

Als erster Torwart übernimmst Du viel Verantwortung. Wie gehst Du mit Druck und Erwartungen um – nicht nur sportlich, sondern generell im Leben?

Müller: „Ich glaube, den meisten Druck machen viele Leute sich selbst. Meistens versuche ich, den Druck von außen oder innen in positive Energie und Leistung umzumünzen, und das in allen Lebenslagen.“

Natürlich passieren auch Torhütern manchmal Patzer. Wie ist deine Reaktion, wenn versehentlich mal ein haltbarer Ball reingeht und jeder hinsieht? Lässt Du dich schnell aus der Fassung bringen?

Müller: „Klar ärgert mich das, aber das Spiel ist meistens so schnell, dass nicht viel Zeit bleibt, mir Gedanken um jedes Gegentor zu machen. Als Handball-Torhüter spielt man nun mal nicht zu Null und die Frage ist, wie viele Bälle sind wirklich 100% unhaltbar? Klar, ist es eher unwahrscheinlich, dass man einen Tempogegenstoß pariert, aber auch da kann man Glück haben. Bei vielen Zuschauern nimmt man aber auch das Raunen wahr, das durch die Menge geht, wenn man mal patzt. Das macht der Jubel bei einer Parade jedoch wieder wett.”

Mal gewinnt man, mal verliert man. Im Sport wie im echten Leben. Was machen Niederlagen mit Dir?

Müller: „Nach sowohl positiven als auch negativen Erlebnissen abzuschalten war noch nie meine Stärke. In der Regel schaue ich mir unser Spiel am nächsten Tag nochmal in Ruhe an, quasi als Nachbereitung meiner eigenen Leistung. Danach ist das für mich aber auch abgehakt. Sehr nachtragend bin ich bei Niederlagen also nicht, eher versuche ich mich darauf zu konzentrieren, an meinen Schwächen zu arbeiten.”

Gibt es innerhalb der Mannschaft Mitspieler oder Personen, mit denen Du dich besonders gut verstehst? Wenn ja, wer und warum?

Müller: „Besonders gut verstehe ich mich mit Saad, da wir im Tor dasselbe Leid teilen (lacht). Ansonsten mit Jan-Eric, weil wir uns schon länger kennen. Aber generell habe ich zu jedem meiner Mitspieler ein sehr gutes Verhältnis.”

In deinem Steckbrief auf der Webseite der HSG gibst du an, gerne zu kochen. Ist das für dich eher Hobby, Ausgleich zum Alltag oder Leidenschaft?“

Müller: „Definitiv Ausgleich. Für eine Leidenschaft mache ich es zu selten, ich komme auch mal zwei Wochen ohne aus. Wenn ich es aber zeitlich schaffe, dann nehme ich mir auch gerne mal zwei oder drei Stunden dafür. Dabei kann ich mich dann sehr gut entspannen und abschalten.“

Was ist dabei das Gericht, bei dem Du sicher sagen kannst: Das kann ich richtig gut und welches ist eigentlich dein ganz persönliches Lieblingsgericht?

Müller: „Ich glaube, mein Curry ist ganz gut, zumindest wurde es mir so berichtet. Ansonsten esse ich selbst eigentlich alles. Ein konkretes Lieblingsessen habe ich nicht. Für mich gilt: Wenn es schmeckt, ist es egal, was es ist.”

Wo siehst du dich persönlich in ein paar Jahren? Wie sind deine sportlichen Ziele?

Müller: „Ich will so lange spielen, wie es mir Spaß macht. Wenn es mal soweit ist, dass ich mich nach einer Pause zum Beispiel nicht mehr auf den Beginn der Saison freue, ist für mich klar, dass der Zeitpunkt zum Beenden meiner Karriere gekommen ist. Den Punkt habe ich aber noch lange nicht erreicht. Ein Ziel für mich wäre, nochmal eine Aufstiegsrunde zu spielen. Dafür haben wir dieses Jahr jedoch wahrscheinlich am Anfang der Saison ein paar Punkte zu viel liegen lassen. Das nehme ich mir aber für die nächsten Jahre vor.”

Heute Abend (20:15 Uhr) steht schon das nächste Derby-Heimspiel gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II an. Worauf müssen wir uns da gefasst machen?

Müller: „Uns erwartet eine junge, gut ausgebildete Mannschaft. Gerade ihr Offensivspiel ist abgestimmt, viel Eins-gegen-eins, einige Kreuzbewegungen, viel Tempo, aber gleichzeitig auch eine harte, teilweise sehr offensive Abwehr. Die spielen schon einen guten Ball. Persönlich nehme ich mir immer vor, gute Leistung zu erbringen. Als Mannschaft ist unser Ziel, den maximalen Erfolg zu erzielen und auch das nächste Derby mit einem Heimsieg zu krönen.”

Vielen Dank für das Gespräch!


Quelle: Klara Haase vom 12.12.2025
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