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HSG - News
Samstag, 16.12.2017 - Bericht von Thomas - 2.156 Aufrufe
MĂ€nner 1:
Sieg in letzter Sekunde! HSG Hanau ringt Leutershausen nieder
Pillmann verwandelt Main-Kinzig-Halle in ein Tollhaus
Foto: Moritz Göbel
Als Yaron Pillmann den Siebenmeter in der letzten Sekunde zum 23:22 (11:12)-Sieg verwandelte, gab es kein Halten mehr. In einem denkwürdigen Spiel in der 3. Handball-Liga Ost rang die HSG Hanau den Tabellenzweiten SG Leutershausen nieder und verwandelte die Main-Kinzig-Halle in ein Tollhaus. Mit nunmehr 19:13 Punkten verbesserten sich die Grimmstädter auf Rang vier und schraubten die Heimbilanz auf eindrucksvolle 17:1 Zähler.

Nachdem Philipp Reuter beim Warmmachen signalisierte, dass sein Einsatz doch zu früh kommen würde, musste Trainer Patrick Beer letztlich auf drei wichtige Säulen verzichten, da auch Max Bergold und Lucas Lorenz verletzungsbedingt fehlten. Als auch noch der Name Stefan Salger auf dem Spielberichtsbogen der Gäste auftauchte, schienen das Schicksal der Hanauer bereits vor der Partie besiegelt.

Salger läuft normalerweise für Stuttgart in der Bundesliga auf, besitzt aber ein Zweitspielrecht für Leutershausen. Mit sieben Toren war er auch erfolgreichster Werfer seines Teams. Doch danke einer unglaublichen Energieleistung stemmte sich die HSG Hanau gegen die drohende erste Heim-Niederlage der Saison.

Dabei sprang der Funke zwischen Publikum und Mannschaft in der mit knapp 800 Zuschauern prächtig gefüllten Main-Kinzig-Halle im Minutentakt hin und her. Von Beginn an stand der Blaue Block wie ein zusätzlicher Feldspieler hinter der Mannschaft und sorgte für Gänsehaut-Atmosphäre. „Es macht einfach Spaß hier Handball zu spielen. Danke für das, was ihr heute hier geleistet habt“, sagte HSG Coach Patrick Beer nach der Partie beim Trainer-Interview zu den Zuschauern.

Nach einem nervösen Start fanden die Hanauer gut ins Spiel und führten nach 19 Minuten beim 10:6 sogar mit vier Toren. Obwohl man weiterhin gut spielte, allerdings vor dem Tor nicht kaltschnäuzig genug agierte, ließ man den Gegner wieder herankommen. Nach einem 1:6-Lauf ging man plötzlich mit einem 11:12-Rückstand in die Pause. „In der ersten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft, im zweiten Durchgang war Leutershausen besser“, bilanzierte Beer.

Aber nicht immer gewinnt die bessere Mannschaft. Als Leutershausen allerdings nach 42 Minuten auf 20:16 davongezogen war, deutete nicht mehr viel darauf hin, dass sich das Blatt noch wenden könnte. Doch plötzlich lief Keeper Sebastian Schermuly zur Höchstform auf und gab das Startsignal für eine irre Schlussphase in der die gesamte Mannschat ihr Herz in beide Hände nahm und sich in einen Rausch spielte.

„Ich rechne der Mannschaft hoch an, dass sie immer Vollgas gegeben hat und nie aufgehört hat, an sich zu glauben“, sagte Beer. „Glückwunsch zu dieser Mannschaft“, zollte auch Gäste-Coach Marc Nagel den Grimmstädtern Respekt.

Beer setzte dabei bis auf den von der A-Jugend hochgezogenen Lukas Schmitt alle Spieler ein, die er noch zur Verfügung hatte, und wurde nicht enttäuscht. Ein Sonderlob erhielt dabei Jan-Eric Ritter. Beer: „Er ist mit einer positiven Körpersprache vorangegangen und hat sich in den letzten Wochen zu einem tollen Playmaker entwickelt.“ Mit vier Toren war er neben Pillmann (8 Treffer) erfolgreichster Hanauer Schütze.

Dessen großer Auftritt sollte in einer dramatischen Schlussphase folgen, in der der Zweitliga-Absteiger mehrmals die Chance hatte, den Sack zuzumachen. Die HSG kämpfte sich jedoch zurück ins Spiel und die Zuschauer verfolgten die letzten zehn Minuten fast ausnahmslos im Stehen. Schermuly vernagelte hinten sein Tor – Leutershausen traf letztmals in der 52. Minute. Und vorne übernahm Pillmann Verantwortung.

Vier Tore in Folge erzielte der Youngster. Das letzte per verwandeltem Siebenmeter zum 23:22 nach Ablauf der regulären Spielzeit. Es war die erste Führung der HSG im zweiten Durchgang. Was danach folgte war Ekstase pur. „Ich bin stolz so eine Mannschaft trainieren zu dürfen“, sagte Beer angesichts dieser herausragenden Leistung.

Mit diesem Erfolg verabschiedet sich die Mannschaft in die Weihnachtspause. Am Sonntag, den 28. Januar (17 Uhr) geht es weiter. Dann ist SV Anhalt Bernburg in der Main-Kinzig Halle zu Gast.
Artikel geschrieben von Thomas am 16.12.2017

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